Bauhaus
Mit der Amtsübernahme 1930 formte Mies van der Rohe das Bauhaus zu einer Architekturhochschule mit bewährten akademischen Prinzipien um, mit einer systematisierten Entwurfslehre bei Hilberseimer und dem Seminar bei Mies van der Rohe. Aus dem Hilberseimer-Kurs 1932/33 haben sich die Arbeiten Rudolf Ortners erhalten, die sorgfältig Grundriss-Strukturen nach Bettenanzahl und Besonnungsverhältnissen im Maßstab 1:100 vorstellen: ein eingeschossiges Haus als L-Typ, zweigeschossige Reihenhäuser in Ost-West- und Südausrichtung, Mietshauswohnungen, ein Laubenganghaus mit verschiedenen Wohnungsgrößen bis hin zu Maisonettewohnungen. Bei Mies van der Rohe untersuchte er Raumbeziehungen von innen und außen, den fließenden Raum und Einraumkonzepte anhand eines Sommerhauses mit Gartenhof, eines Landhauses und eines Einfamilienhauses meist auch mit perspektivischen oder isometrischen Darstellungen. Schwarze Tuschezeichnung, ergänzt um Collage- und Spritztechnik sowie eingeklebte maschinenschriftliche Erläuterungen, vereinte Ortner zu professioneller, moderner Architekturdarstellung nach dem Vorbild Mies van der Rohes.
(Zitat aus: Rudolf Ortner, Bauhaus-Schüler 1932 – 1933, Architekt 1936 – 1976, Maler und Fotograf 1977 – 1997, S. XI, Michael Siebenbrodt: Rudolf Ortner – vom Bauhaus Berlin nach Weimar, I. Holzapfel Verlag München 2007)